Omar Pene

Climat (Contre-Jour), mit franz. u. engl. Infos

26. März 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Ein visionäres Werk

Der senegalesische Sänger und Komponist Omar Pene prägte die westafrikanische Popmusik nachhaltig schon seit den Siebzigerjahren. Seine Diskografie umfasst fünfzehn Alben. Acht Jahre nach seiner letzten Veröffentlichung erscheint nun beim belgischen Label Contre-Jour ein neues, facettenreiches Werk. Er hat sich Zeit gelassen dafür. Drei Jahre dauerten die Aufnahmen, die zwischen Dakar und Paris stattfanden. Aber auch wenn Omar Pene ein über seine Landesgrenzen hinaus bekannter Musiker ist, blieb ihm der Ruhm eines Youssou N’Dour bisher versagt. Diesem Album, das klanglich und inhaltlich ebenbürtig ist und sich auf der Höhe der Zeit befindet, wäre ein internationaler Durchbruch zuzutrauen. Eingängige Elemente aus Afrobeat, Soul und Global Pop treffen auf den traditionellen Mbalax-Rhythmus. Produziert wurde Climat von Hervé Samb, der auch für alle Gitarrenklänge verantwortlich zeichnet. In den neun Liedern setzt sich Omar Pene mit sozialkritischen Themen auseinander. In der musikalischen Umsetzung ist er sehr abwechslungsreich im Einsatz von Percussion, Gitarren, Streichern und unterschiedlicher Gesangsstilistik. Pene rückt den Focus auf den Klimawandel, der im Mittelpunkt seiner momentanen Sorgen steht. Er weist alle Beteiligten in seinen Texten auf ihre Verantwortung hin und fordert funktionierende globale Maßnahmen. Im Duett mit dem ebenfalls aus dem Senegal stammenden Sänger und Rapper Faada Freddy kritisiert er Gerüchte, die gestreut werden, um freimütigen Menschen zu schaden. Auch macht er auf Themen aufmerksam, die vor allem Afrika betreffen und ihn beschäftigen. So fordert Pene mehr Bildung, um die Rekrutierung junger Menschen durch dschihadistische Bewegungen eindämmen zu können. Climat ist ein visionäres, emotionales Musikwerk, das nachdenklich stimmt, gleichzeitig jedoch auch Hoffnung, Stärke und Durchhaltevermögen vermitteln kann. Ein Album mit Gänsehautpotenzial – leider nur knappe 38 Minuten lang.

Christoph Schumacher

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