Der Mann aus Nordirland begann seine Karriere bereits als Teenager 1989. Entsprechend reif und reflektiert klingt er inzwischen. Mit einer Fusion von Rock, Songwriter-Folk und RnB spielen Ben Reel und seine Studioband Musik, die angenehm „retro“, aber trotzdem frisch klingt. Mit Orgel, countrymäßigen Backing Vocals und zusätzlicher Sologitarre hat das Team sehr geschickte Arrangements aufgenommen. So passen Reels mit Verve vorgetragenen Lieder in die Gegenwart. Er baut keine Parallelwelten, zieht sich nicht in die Komfortzone zurück, sondern besingt das Gefühl der Ohnmacht in Zeiten von Krieg, Spaltung und Unsicherheit. Die einzige Möglichkeit, dies zu überwinden, sieht er in der Hinwendung zu menschlicher Verbundenheit. Das Leiden am Zustand der Welt hat er mit vielen Kollegen gemeinsam. Man kann wegen der kraftvollen, etwas rauen Stimme Parallelen zu Van Morrison oder Joe Cocker ausmachen. Treffend auch die Bezeichnung eines Kritikers, hier singe der „irische Springsteen“. Die zwölf Songs auf diesem zwölften Album wirken sehr geschlossen und zeigen deutlich Ben Reels persönliche Handschrift.
Almut Kückelhaus









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