Der australische Cowboy und der singende Gewerkschafter erzählen elf ergreifende Geschichten von damals und heute. Originale wie das anrührende „They Call Her Dolly Parton“ – nicht etwa eine Hommage an die Sängerin, sondern eine exakt beobachtete Studie aus einem Altersheim –, aber auch Cover wie der wütende Protestsong „Anymore“ von Harry Stamper oder das packende „Reverend Mr. Black“ des Kingston Trios überzeugen. Dass Coates ein erfahrener Johnny-Cash-Darsteller ist, verleiht den von ihm gesungenen Liedern zusätzliche Tiefe, auch wenn „Ira Hayes“ dem Klassiker dadurch nichts Neues abgewinnt. Mann dagegen bringt bittersüße Songwriterindividualität ein. Ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten kommen besonders gut zur Geltung in den beiden Titelsongs. Richtig gelesen, jeder schrieb eines zu diesem Thema und beide wurden mitreißend und unpathetisch. Zusammen mit ihrer unangestrengten Band ergibt das einen gewinnenden Sound. Richtig schöner, altmodischer Country & Western mit Betonung auf Letzterem. Eine Scheibe wie ein wärmendes Lagerfeuer in einer kalten Sternennacht in der Prärie.
Martin Wimmer









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