Fünf Jahre nach dem exzellenten Album Seifenblasenmaschine gibt es endlich wieder Neues von der Kölner Liedermacherin. Sechs geistreiche Songs, die die Kraft eines ganzen Longplayers ausstrahlen. Erneut brilliert Krazy mit pointierten Texten und Wortspielen, die eine große Tiefe entfalten. Dabei blickt sie zurück auf ihr Leben als Musikerin, das 1993 auf der Straße begann und erst mithilfe des Gründers der Rockband Rausch, Peter Sarach, 2008 auf die Bühnen wechselte. Seit 2010 tourt Krazy schließlich mit ihrem eigenen Programm durch Deutschland. Humorvoll und nachdenklich zieht die Gitarristin Bilanz, lässt Geschehenes mit einem Augenzwinkern hinter sich und feiert gleichzeitig das ungewisse Pulsieren des Lebens. Ein „Kommen und Gehen“ wie sie im Auftaktsong singt, und zwar „In Stiefeln“ wie sie im dritten Stück scharfsinnig ihr Fortschreiten analysiert. Krazy weiß, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu gehen und nicht den Erwartungen anderer zu folgen. Das zeigt sich auch in den groovenden Arrangements, die diesmal gemeinsam von den Musikern Danny Dziuk und Karl Neukauf produziert wurden. Da dröhnen E-Gitarren, scheppert das Schlagzeug, erheben sich Bläser, besänftigt das Klavier sehnsüchtig, und am Ende erklingt nur noch Krazys von der Akustikgitarre begleiteter eindringlicher Gesang. Eine wunderbare EP mit einzigartigen Songs einer einzigartigen Künstlerin, die jenseits aller Genres singt.
Erik Prochnow









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