Es gibt Musik, die verzaubert vom ersten Ton. Das vierte Studioalbum der Sängerin Kyle Carey gehört dazu. Es ist ihr persönlichstes Album geworden. Die Lieder entstanden während der Pandemie und einer wichtigen Lebensphase: Unfruchtbarkeit, Schwangerschaft und das erste Lebensjahr ihres Babys. Alle in Nashville eingespielten Songs spiegeln die inneren Erlebnisse der Sängerin während dieser Zeit wider. Die in den USA geborene Carey hat sich einem Folk verschrieben, dessen Wurzeln hörbar in der keltischen Musik liegen. Die verletzliche Magie ihrer ätherischen Stimme, die fast schon glitzernden Töne der Instrumente und die besondere Spannung in der Musik fesseln. Die Musik schwingt in einem ganz eigen Musikkosmos. Der verinnerlichte und nachdenkliche Gesang der Ausnahmesängerin ist in eine zarte Musik gesetzt: Sanfter Hintergrundgesang, das feinfühlige Spiel auf der Fiddle, die dezente akustische Gitarre und Percussion schaffen eine warme, leichte und luftige Atmosphäre – die Stimmungen ziehen in die Lieder hinein. Die zehn ruhigen Songs singt Kyle Careys auf Englisch, Gälisch und Italienisch. Gelungen ist der Künstlerin dabei ein thematisch ganz besonderes Werk: ein Konzeptalbum, das Musik und Mutterschaft zugleich feiert.
Udo Hinz









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