Genauso ungewöhnlich wie der Titel ist das gesamte Album. Josefin Sans ist eine bekannte Computerschriftart, die aus den 1920er-Jahren stammt und minimalistisch, geometrisch und schnörkellos ist. Diese Unmittelbarkeit ist quasi die Blaupause für die acht Songs der jungen Kölner Singer/Songwriterin auf ihrem zweiten Album. Inspiriert durch Musikerinnen wie Dota Kehr oder KT Tunstall ist Shoshann ein weiteres Beispiel aufstrebender Sängerinnen, die intelligente poetische Texte dichten. Ihr musikalisches Reisetagebuch erzählt Geschichten über die Unwägbarkeiten menschlicher Beziehungen, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Dabei bewegt sie sich zwischen Folk, Blues und ein wenig Reggae. Im Vordergrund der teils rhythmisch groovenden, teils balladesken Kompositionen steht jedoch immer ihre markante, kraftvolle Stimme und ihr akustisches Gitarrenspiel. Ab und zu wird die intensive Reise durch die Gefühle von Klarinette, Trompete oder Keyboard ergänzt. Ein intensives Album, das unmittelbar in die Songs hineinzieht. Zudem gibt es ein umfassendes Booklet mit allen Texten sowie Illustrationen und Platz für Notizen über die eigene Gefühlsreise.
Erik Prochnow









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