Wer im vergangenen Jahr die Konzerte in Rudolstadt aufmerksam verfolgt hat, dem dürfte das skandinavische Trio Mojna in Erinnerung geblieben sein. Ein kleines, feines Ensemble mit der nicht eben üblichen Besetzung Gitarre, Hardangerfiedel und Klarinette. Aus Stockholm kommt der Gitarrist Thomas Eriksson, der als Komponist für viele der Tracks des neuen Albums verantwortlich zeichnet, die Aufnahmen aber werden gemeinsam arrangiert und leben nicht zuletzt vom spontanen Interagieren. Mit der Norwegerin Tuva Færden hat Eriksson sich Verstärkung aus dem Nachbarland geholt, und Færdens Hardangerfiedel grundiert die Stücke mit traditionellen Klängen. Für avancierte und durchaus auch herbere Akzente zuständig ist Anna Malmström, die mit Klarinette und Bassklarinette den nordischen Folkmotiven Klänge aus Osteuropa und dem Balkan beimischt. Das fügt sich bestens ein in den eh schon melancholischen Grundton der Songs. „Mareld“, das Titelstück ihres dritten Albums, begleitet die Band schon ein ganze Weile, immer wieder auf Tourneen gespielt, findet es hier seinen Platz: ein schönes Beispiel für die souveräne Balance, mit der die drei ihren ganz eigenen Weg finden zwischen Tradition und Avantgarde.
Gerd Döring









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