Dieses Album strahlt etwas Unwiderstehliches aus. Eine Magie, die von Beginn an tief berührt. „Heimat“ oder „Heimatland“ bedeutet der griechische Titel des Erstlingswerks des Meisters auf der Lyra Sinopoulos und des Pianisten Keerim. Die beiden griechischen Künstler verstehen unter dem Titel aber vor allem das Verschmelzen ihrer musikalischen Identitäten und die tiefe Verbindung zwischen ihnen. Und diese Harmonie hört man vom ersten Ton an. Ihre zehn Instrumentalstücke basieren auf Béla Bartoks „Rumänischen Volkstänzen“ und vereinen Folktraditionen mit Musik der Gegenwart. „Die Berge des Balkans treffen auf den städtischen Raum, die Musik der Natur trifft auf zeitgenössische Kreativität“, erläutern die Musiker. Das gefühlvolle und kraftvolle Spiel der Lyra gibt oft die Richtung vor. Fast wie ein Gesang, der aus der Erde entspringt, stimmt sie meist wehmütig die minimalen Klanggeschichten an. Diese werden dann vom zarten, anmutigen und nahezu geheimnisvollen Spiel des Pianos aufgegriffen und fortgeführt. Selbst in der Stille zwischen den Stücken scheinen die eindringlichen Melodien nicht zu enden. Sinopoulos lernte Keerim 2011 kennen und gründete darauf sein eigenes hochgelobtes Quartett. Ihr gemeinsames Debüt ist das Resultat ihres hervorragenden Zusammenspiels. Die beiden Musiker lassen ihre Instrumente in einem ergreifenden Dialog treten, voller Weite, Schönheit und dem Gefühl von Unendlichkeit.
Erik Prochnow









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