„Zagate“ steht im algerischen Arabisch für den französischen Ausdruck „ça ce gâte“ – „es verschlechtert sich“. Die Welt ist in Aufruhr. Souad Massi singt über die Ungewollten und Verstoßenen. Das Lied „D’Ici, De Là Bas“ ist ein arabisch-französisches Zwiegespräch mit dem Rapper Gaël Faye über die Gefühle des jungen Mannes, der von da unten kommt und von dem, was ihn hier oben erwartet. Das Album ist ein Aufschrei gegen den Rassismus, die Ungerechtigkeiten gegenüber Migranten und Migrantinnen, den Frauen in ihrem Land und ein Plädoyer für Poesie, Offenheit und Frieden. Zagate überwindet auch musikalische Grenzen. Da ist der Chaâbi, die algerische Populärmusik, unterbrochen von Ethnoklängen und ruhigen Chansons. Da ist aber auch der treibende Rock mit Bass, Schlagzeug und der unverkennbaren Gitarre von Justin Adams, der das Album produziert hat. Über allem steht der einnehmende, warme und doch dringliche Gesang Souad Massis. Anspieltipp ist der befreiende Tanz der Sängerin im soulig rockigen Videoclip „Samt“, auf dem die Frankoalgerierin klarmacht, wie sie einst als Rocksängerin in Algerien für Unruhe sorgte. Ein textlicher und musikalischer Befreiungsschlag und eine Wucht von Album. Martin Steiner?
Savina Yannatou, Primavera en Salonico & Lamia Bedioui
Watersong (ECM)









0 Kommentare