Umbra

Bjargrúnir (Nordic Notes); mit isländ. u. engl.Texten

20. Juli 2022

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Das isländische Quartett Umbra nimmt sich alte Lieder und Gedichte vor, die Leben, Arbeit, Fehde, Verrat und Liebe aus der Sicht von Frauen schildern. Quellen sind zum Beispiel die Sammlung des Pastors Bjarni Þorsteinsson, mittelalterliche Epen, Tonaufnahmen aus der Zeit der ersten großen Sammelaktionen. Die ersten Lieder klingen fast sakral, langsam und getragen, als ob längst vergessene Gottheiten beschwört würden. Ein Titel wie „Ásukvæđi“ lässt sich als „Asenlied“ übersetzen, ist aber die Geschichte der schönen Ása und ihrer dramatischen Liebe zu einem Sklaven. In einem anderen Lied erleben wir Karl den Großen als romantischen Liebhaber, dann wieder tritt ein Schwan in all seiner in ganz Nordeuropa bekannten sagenhaften Symbolik auf. Ein an den Mond gerichtetes Lied schließlich klingt wie Feengesang. Wobei es zwischen Sakral und Feen eine Menge anderer Stile gibt, es geht auch temperamentvoll zu, gerade bei den Liedern, die zu alten Rundtänzen gehören. Wir hören geradezu, wie sie mit den Füßen aufstampfen. Aber der Höhepunkt des Albums ist ein Lied aus dem 13. Jahrhundert, in dem die Walküre Sigurdrifa (die aus der Wagneroper) eine Einführung ins Runenlegen erteilt.

Gabriele Haefs

Umbra
Bjargrúnir (Nordic Notes); mit isländ. u. engl.Texten

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