Sie war eine der letzten Persönlichkeiten in diesen Zeiten, hinter der sich in den USA alle versammeln konnten. Geboren und aufgewachsen im ländlichen, christlich geprägten Süden der USA, arbeitete sie hart, wurde zum Country-Superstar, später zur LGBTQ-Ikone – Dolly Parton war ein amerikanisches Monument, schien unverwüstlich. Nun ist sie im Alter von achtzig Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.
Dolly Rebecca Parton wurde als viertes von zwölf Kindern in eine arme Farmerfamilie in Ost-Tennessee hineingeboren. Trotz der Armut und der harten Arbeit hat sie später immer gerne an ihre Kindheit voller „Liebe, Glauben und Musik“ zurückgedacht. Tatsächlich muss da ein festes Fundament für einen stets positiven, empathischen und energiegeladenen Menschen gelegt worden sein.
Ihre Familie war sehr musikalisch, daher wurde ihr Talent schon früh gefördert. Mit sieben Jahren lernte sie Gitarre spielen, mit dreizehn stand sie bereits auf der Bühne der legendären Grand Ole Opry in Nashville, Tennessee. Mit achtzehn, direkt nach dem Schulabschluss, versuchte sie ihr Glück in Nashville als Songschreiberin. Bereits zwei Jahre später veröffentlichte sie die Single „Dumb Blond“, der Beginn ihres lebenslangen Spiels mit ihrem Aussehen und männlichen Vorurteilen.
Ihre erste Karrierephase fand im Duo mit dem älteren Countrysänger Porter Wagoner statt, die 1974 endete, als Parton längst als eigenständige Starpersönlichkeit wahrgenommen wurde. Dabei war sie nicht nur Interpretin, sondern schrieb die meisten ihrer Songs selbst. „I Always Will Love You“ (später von Whitney Houston gecovert) oder „Jolene“ wurden zu großen Hits. Sie nahm Duette mit Kenny Rogers auf und spielte mit Emmylou Harris und Linda Ronstadt zusammen zwei Alben ein.
Dolly Partons Bühne war sowohl die Grand Ole Opry als auch das Newport Folk Festival. Sie machte Country, Bluegrass und Popmusik und sang 2006 im Song „Travelin’ Thru“ über Transgeschlechtlichkeit. So wurde sie zur Ikone der LGBTQ-Bewegung und fand Anerkennung über die Countryszene hinaus auch bei Künstlern und Künstlerinnen wie Brandi Carlile, Norah Jones oder Jack White.
Thomas Waldherr
Dolly Parton in der Kölner Lanxess-Arena 2014
(Foto: Josef Just, Wikimedia CC BY-SA 3.0)


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