Michael Bauer

* 29.3.1947 Kaiserslautern
† 03.6.2026 Germersheim

7. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

„Do de Dom“. Mit diesem Mundartgedicht setzte Michael Bauer dem Speyerer Dom ein unvergessenes Denkmal. Er war Buchhändler und Liedermacher, Redakteur, Reporter, Moderator im SWF und WDR, Radio- und Fernsehautor, Theaterdramaturg, Schreibcoach, Vater vom Klääne Pälzer und vor allem Poet.

Tiefgründig, witzig, ruhig und dennoch voll von Sprache und „Sprüch“ war er, in Hochdeutsch und Pälzisch (ohne f!), seiner Heimat-„Sprooch“. Mit Haltung, Rückgrat und klarer Meinung zu aktuellen, auch historischen Dingen: Den Jakob-Böshenz-Preis für sein Gesamtwerk gab Michael 1994 zurück, als er hörte, dass dieser Sympathien für die Nazis im Dritten Reich hegte. Viele andere Auszeichnungen, wie 2004 den Medienpreis Pfalz, hat er dagegen behalten.

Warmherzig war er, offen für Gespräche, Meinungen und Austausch. „Mit R. kann man am besten schweigen“, sagte Michael über meinen Mann. Mit dem Zeichner Xaver Mayer haben den Dichter viele gemeinsame Projekte verbunden, wie die Figur „De klääne Pälzer“, der nicht nur in der Sonntag Aktuell illustriert wurde, sondern als Kalender seit Jahren in unserer und vielen anderen Wohnungen hängt. Zum Juli ist von „’nem Franzos’ mit ’em Baguette un ’ner Kipp in de Gosch“ sowie nur einem Stuhl in deren Mitte zu lesen: „Prenez place, mon ami – Ach was, Jean-Paul, setz du disch hie.“ Das erzählt mit knappen Worten seinen menschenfreundlichen Blick und wie er in vielen Texten an die verbindende friedensstiftende Kraft erinnert, die in uns allen liegt.

Michaels Texte wurden von Udo Lindenberg, Ulrich Noethen, Rosemarie Fendel, Michael Quast, Hanns Dieter Hüsch, Maren Kroymann oder Hans Reffert realisiert, um nur einige zu nennen. Sogar die Zeitschrift Konkret veröffentlichte seine Gedichte. Darüber hinaus war Michael nicht nur ein lieber, sondern ein liebender Mensch, und so konnten seine Texte zu diesem Bereich unseres Lebens so gut gelingen. In seiner Interpretation der Shakespear’schen Sonette heißt es bei Nr. 91 als letzte Worte: „Bloß wann du gehe dätscht, dät mich des quäle. / Nur dodurch det mer wirklich ebbes fehle.“

Corina Oosterveen

Foto: privat

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