Moya Brennan

* 4.8.1952 Dublin, Irland
† 13.4.2026 Gaoth Dobhair, Irland

30. April 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Ihre klare, prägnante Stimme und ihr melodisches Harfenspiel öffneten die Tür in eine andere Musikwelt. In den 1970er-Jahren der Post-Beatles-Ära, der aufkommenden Punkbewegung und dem beginnenden unterkühlten Synthesizerpop klang die Musik ihrer Band Clannad wie eine Offenbarung von einem anderen Stern. Vor allem für den damals in der Pubertät steckenden Autor. Mit ihren traditionellen, meist in Gälisch vorgetragen Liedern demonstrierten die fünf irischen Musiker, welche Kraft die Folkmusik besitzt und wieviel Mystik, ja Spiritualität in ihr steckt.

Als Älteste von neun Geschwistern in eine musikalische Familie geboren, lernte Máire Philomena Ní Bhraonáin, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, früh das Klavierspiel von ihrer Mutter. Während ihrer Schulzeit entdeckte sie zudem ihre Leidenschaft für die Harfe, die sie nach dem Schulabschluss neben Gesang und Piano an der Royal Irish Academy of Music in Dublin studierte. Gemeinsam mit ihren beiden Brüdern Pól und Ciarán sowie den Zwillingen und Brüdern ihrer Mutter Noel und Pádraig Ó Dúgáin gründete sie 1970 nach jahrelangen Sessions in der lokalen Kneipe ihrer Eltern die Band Clannad. Später stieß für ein paar Jahre auch ihre jüngere Schwester Eithne dazu (die in den Achtzigern als Enya zu eigenem Ruhm gelangen sollte).

Es waren Songs wie die traditionellen Liebeslieder „Coinleach Glas An Fhómhair“ („Die grünen Stoppelfelder des Herbstes“) oder „Down By The Sally Gardens“, die unvergessen sind. Anfang der 1980er-Jahre wandelte sich ihr akustischer Folk zu Celtic Fusion mit Folkrock- und Popelementen. Zunehmend prägten E-Gitarren, Bass und Synthesizerklänge ihre Songs. Mit den Charthits „Theme From Harry’s Game“ und „Robin, The Hooded Man“, jeweils Titelsongs zweier berühmter Fernsehserien der Achtziger, schrieben sich Clannad und Moya Brennan schließlich endgültig ins kollektive Gedächtnis.

Die größte Veränderung folgte dann in den 1990er-Jahren: Im Anschluss an das Album Landmarks begannen die Clannad-Mitglieder, sich auf andere Projekte zu konzentrieren. Moya Brennan startete eine erfolgreiche Solokarriere zwischen New-Age-Kompositionen, Filmmusik wie etwa für den Film King Arthur und Irish Folk wie in der Formation T with the Maggies. 2016 wurde bei ihr eine unheilbare Lungenfibrose diagnostiziert, dennoch ging sie nicht nur selbst weiter auf Tour, sondern tat sich auch immer wieder mit ihrer Musikerfamilie zusammen und spielte schließlich mit Clannad am 30. Oktober 2024 in London das letzte Konzert der Band. 

Erik Prochnow

Foto: Tim Jarvis

 

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