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(Post-)Migrantische Musik im Aufbruch

11. März 2024

Lesezeit: 2 Minute(n)

Auch wenn die deutsche Gesellschaft sich nicht im engeren Sinne als Einwanderungsland versteht, wird sie zunehmend von der kulturellen Vielfalt Eingewanderter geprägt, die seit den Fünfzigern hierherkommen. Laut Statistischem Bundesamt hatten 2022 knapp 24 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. Etwas mehr als 50 Prozent von ihnen besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft. Besonders deutlich sieht man die Verschmelzung der Kulturen in der Musik, vor allem unter den Eingewanderten, die seit mehreren Generationen hier leben. In Deutschland sind zudem nicht nur die Musiken anderer Kulturen beliebt. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird bisweilen auch sehr kritisch etwa über kulturelle Aneignung diskutiert.

Doch trotz aller interkulturellen Bekenntnisse: In Bezug auf eine erfolgreiche Integration Eingewanderter und ethnischer Minderheiten gibt es noch viel zu tun. Anlass für den folker, einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Szene zu werfen – und zwar von außen.

Die amerikanische Assistenzprofessorin für Migrationsstudien und Musikethnologie an der Universität Köln, Rose Campion, beleuchtet nicht nur die große Kreativität in der migrantischen Musik, sondern auch die Hürden für die Musikschaffenden, die ihnen in Deutschland noch immer in den Weg gestellt werden. Auch die aus Essen stammende Achan Malonda erklärt, weshalb das Musikbusiness vor allem migrantische Frauen benachteiligt und warum das Land schwarzdeutsche Kunst braucht. Kulturelle Diversität ist ebenfalls für die ukrainische Musikerin Ganna Gryniva, für die Deutschland seit 2002 Heimat ist, entscheidend, damit Neues entstehen kann, während die seit fast vierzig Jahren in Köln lebende iranische Sängerin Maryam Akhondy bis heute die vielseitige traditionelle musikalische Vielfalt ihres Herkunftslandes lebendig hält.

Heimat ist auch für den aus Kamerun stammenden Augsburger Njamy Sitson ein brennendes Thema. Der Multiinstrumentalist erzählt, was ihn seit zehn Jahren an dem Projekt „Heimatlieder aus Deutschland“ fasziniert. Ein Spezial über (post-)migrantische Musik wäre zudem nichts ohne einen Einblick in die größte Gruppe Eingewanderter. Ercan Demirel und Ines Körver ziehen daher Bilanz, wie Musikschaffende aus der Türkei sich seit über sechzig Jahren hierzulande behaupten und gegen Diskriminierung stark machen. Was gelebte interkulturelle Musik bedeutet, demonstrieren schließlich das ukrainisch-syrisch-deutsche Klezmerensemble Kol Colé aus Köln und das deutsch-syrische Projekt Elsa & der Viertelton aus der Pfalz.

Komplettiert wird der Schwerpunkt durch den Blick auf Neuveröffentlichungen Musikschaffender mit Migrationshintergrund.

Aufmacher:
Banda Comunale

Foto: Promo

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