Helmut Debus

Angst legg di slapen (Fuego) ; mit hochdt. Infos u. plattdt. Texten

1. Dezember 2022

Lesezeit: < 1 Minute(n)

Eine Stimme wie Tom Waits. Das war der erste Eindruck. Platt-, also norddeutsche Sprache der zweite. Eigentlich des Plattdeutschen, zumindest hörend, einigermaßen mächtig, ist hier das Verstehen dennoch schwierig. Die im Beiheft abgedruckten Texte helfen – zum Teil, es sind keine Übersetzungen ins Hochdeutsche dabei. Aber diese Stimme: tief, rau. Der Gesang: langsam, fast flüsternd, ernst. Die Instrumentalbegleitung: verschiedene A- und E-Gitarren, Bass, Drums, Orgel, E-Piano, Keyboard. Und auch der Hintergrundgesang: zurückhaltend, minimal, untermalend. Wieder zurück zum Text: „Wo dat Woort Gesang is, wo dat Gahn to’n Danz warrt.“ Ja, das trifft es: Klangpoesie, die Bilder erzeugt – vom Nebel an Neufundlands Küste, vom Suchen nach dem Namen des Freundes am Ground Zero, von zwei Jungs auf einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer, von einem Saxofonspieler im Watt und viele mehr. Immer wieder das Meer, was bei einem Wesermarschbewohner nicht wundert. Die Weite der Landschaft und der Welt, der Ernst von Leben und Tod, die Liebe zu den vergänglichen, verletzlichen Wesen, mit denen wir die Welt teilen und deren eines jeder von uns ist. Das kommt rüber, schmerzend und tröstend.

Michael A. Schmiedel

Helmut Debus
Angst legg di slapen (Fuego) ; mit hochdt. Infos u. plattdt. Texten

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