Der Titel klingt eigentlich traurig – „Perle des Tränentors“? Richtig lustig geht es auf dem neuen Album der finnischen Sängerin und Akkordeonvirtuosin Maria Kalaniemi auch nicht zu, Titel wie „Lied des Weinens“ („Itku“) oder „Träne“ („Kyynelhelmi“) geben durchaus die Richtung vor. Das mit dem „Tränentor“ bezieht sich auf eine Episode aus dem finnischen Nationalepos Kalevala und aus dem Leben des Waldgottes Väinämöinen. Der ist nicht unbedingt sympathisch, zum Beispiel lässt er zu, dass seine Schwester sich ertränkt, weil sie nicht den von Väinämöinen für sie ausersehenen uralten Kerl heiraten will. Aber er ist auch sentimental und so gerührt von seiner eigenen Musik, dass ihm die Tränen kommen. Sie fallen zu Boden und werden zu blauen Perlen. Vorher hat er aus einem Hechtkopf eine Kantele gebaut, mit der er seinen Gesang begleitet – weshalb ein Stück auf diesem Album dem Hecht gewidmet ist („Gäddans Klang“ – „Der Klang des Hechtes“). Logischerweise ist dabei auch die Kantele zu hören, gespielt von Pekko Käppi, der zudem auch singt. Ein besonders beeindruckendes Stück ist sein Dialoggesang mit Maria Kalaniemi.
Gabriele Haefs






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