Der Offenburger Sascha Hummel ist seit über 25 Jahren in Sachen Musik und Kultur unterwegs. Ein Standbein neben Hip-Hop, Label, Netzwerken ist die Mittelaltermusik. Mit vielen Freunden stellt er unter dem Markt- und Markennamen Rapkalibur sein neues Crossoverwerk vor. Hier sind der historischen Musik viel Rap, Hip-Hop und Sequenzerspielereien beigemischt. An einigen Stellen ist das Ganze anstrengend zu hören, auch weil melodisch nicht viel passiert. Viele Texte stammen von Herwegh, Friedrich Daniel Schubert, Uhland und wurden bearbeitet. Hummel selbst rappt meist vor sich hin – viel Sprechgesang. Die Backgroundvocals – vor allem der Frauen – bringen das melodische Element in das Album. Interessant zum Beispiel Carolin Fährmann in „Der Barde“, welcher noch mal als Hip-Hop-Remix erscheint. Mehrere Mittelaltermarkttänze, bei denen auch traditionelle Instrumente (Uilleann Pipes, Sackpfeifen, Whistle) gut integriert sind, ergänzen das Werk. Der siebenminütige „Tourdion“ wirkt zwiegespalten. Die erste Hälfte sehr schön, die zweite eher experimentell und anstrengend. „Mein ganzer Reichtum“ von Herwegh ist wiederum interessant arrangiert: instrumental vielfältig und rhythmisch treibend. Das „Badische Wiegenlied“ ist sehr schön gesungen und gespielt, ganz anders als die „Wacholder“-Version.
Piet Pollack
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