8. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Von Boomern, Gen Z, neuem und altem Folk

editorial folker #02-26
Mike Kamp

Foto: Anna Bröhl

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 dass ich das noch erleben darf! Die alten Boomer erstellen einen folker gemeinsam mit der Gen Z! Na ja, das ist vielleicht ein bisschen zu pauschal formuliert, aber manchmal muss man den Sachverhalt etwas überspitzen, um die Relevanz sicher rüberzubringen.

Spätestens seit 2024 das Jugendfolkorchester die Rudolstädter Marktbühne stürmte, dürfte es eine akzeptierte Tatsache sein: Es gibt eine neue deutsche Folkgeneration. Ob’s auch ein Revival ist? Schwer zu sagen. Ganz wichtig jedoch: Wenn, dann ist es kein Folkrevival 2.0, es ist … anders. Als wir das Thema in der mehrheitlichen Boomer-Redaktion planten, war uns daher klar: Wir können das generationsbedingt gar nicht kompetent abdecken, wir brauchen Gen-Z-Unterstützung aus eben jener jungen Szene, um Authentizität ins Heft zu bringen. Und wir wurden fündig: Eléna Samulowski und Alex Peters erklärten sich bereit, und beide sind eine ideale Besetzung, weil sie als Musikschaffende und Veranstaltende einen ausgesprochen breiten Einblick in die Szene haben. Und sie haben bestens geliefert, wie ihr in diesem Heft nachlesen könnt.

Schwerpunktthemen sind bekanntlich mit dem einen Heft nicht abgehandelt, und das gilt für die junge Folkszene ganz verschärft. Wir werden – besonders nach den positiven Erfahrungen mit Alex und Eléna – diese „neuen“ Aktiven verstärkt im Blickfeld behalten, nicht nur thematisch, sondern auch personell. Ich schrieb es bereits vor Jahresfrist: Wir sind bereit für spannende Kooperationen jedweder Art, besonders jedoch für junge Themen.

Eher ungeplant war der wunderbare Gegensatz von Alt und Neu, von „Fünf Jahrzehnte deutsches Folkrevival“ (denn diese Serie geht noch bis zum Jahresende weiter) und dem Hier und Heute. Das hat sich einfach so ergeben. Sowohl bei Bernhard Hannekens Festivalartikel als auch dem Interview mit Rainer Pirzkall zum Jubiläum des Bardentreffens dürfte manche Oldies das zwiespältige Gefühl überkommen: „Was? Das soll schon fünfzig Jahre her sein? Echt jetzt?“ Na ja, wie heißt es so treffend: Die Zeit macht nur vor dem Teufel Halt.

Apropos Festivals: Nicht nur zeugen zahlreiche Hinweise und Beiträge im Heft von einem wieder einmal abwechslungsreichen und ausgedehnten Festivalsommer im Heute, mit dem dazugehörigen Rudolstadt-Festival steht auch die zwanglose viertägige Jahreshauptversammlung der Folkies wieder vor der Tür, und als folker sind wir natürlich mittendrin mit unserem charmanten Stand am Markt und dem zwanglosen Talk im Schminkkasten, geleitet von Endredakteur Stefan Backes und mir und Gästen wie Eabhal, Clare Sands, dem Duo Ruut und dem Nino aus Wien. Auf dem Markt hat unsere geschätzte Verlegerin Andrea Iven wieder einige Überraschungen in petto – kommt gerne vorbei und sagt uns, wie toll ihr den folker findet – oder eben auch nicht … 😉 Zudem könnt ihr euch nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr wieder auf zwei vom folker präsentierte Workshops freuen – auch diesmal passend zum Schwerpunktthema der Juni-Festivalausgabe unseres Magazins, in diesem Fall also zur „jungen Folkszene“: freitags einen „Einstieg in die Welt der Folksession“ mit der Band How to folk? und sonntags ein „Ringen mit der Tradition“ mit der Profolk-Vorsitzenden und folker-Mitarbeiterin Peggy Luck.

Wir sehen uns!

 

Euer Herausgeber

Mike Kamp

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