Neºet Ertaº (1938-2012) steht im Mittelpunkt des sechsten Albums des in Amsterdam beheimateten Quintetts. Mit dem Baðlama-Virtuosen und Sänger aus Mittelanatolien, der in der Türkei liebevoll das „Plektrum der Steppe“ (bozkýrýn tezenesi) genannt wird und der auch mehrere Jahre in Berlin und Köln verbrachte, haben sich Altýn Gün einen der bekanntesten Barden der türkischen Republik vorgenommen. Der Grund: Sänger und Baðlama-Spieler Erdinç Eçevit hat seit Kindertagen einen engen Bezug zu dem Volkssänger und Komponisten, denn seine Eltern stammen aus derselben Gegend. Sein Opa hat den kleinen Erdinç früher stundenlang Kassetten mit den poetischen Gesängen des Meisters hören lassen. Mit ausdrücklicher Billigung der Verwandten von Ertaþ haben Altýn Gün nun zehn der mehreren Hundert Kompositionen des Volkssängers ausgewählt und auf ihre typische Retro-Groove-Art neu interpretiert. Mit dabei sind Klassiker wie „Neredesin Sen“ und „Gönül Daðý“, die übrigens schon im türkischsprachigen Sender Metropol FM rauf und runter laufen. Frischer Anadolu Pop, diesmal auch mit Streichern und etwas französisch-italienischem Flair angereichert.
Ines Körver






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