Der vierstimmige Frauenchor aus Apulien wird meist von Percussionisten begleitet. Ihre Kompositionen haben nur bedingt mit Folklore, eher mit experimentellem Gesang zu tun. Da merkt man Einflüsse von Sängerinnen wie Meredith Monk. Die Gruppe generiert komplexe Kanons, es wird gelacht, geschrien, gerappt oder geflüstert. Hochartifizielle Stimmkunst – live bestimmt eine Wucht. Ihre Musik kann rhythmisch, sanft, traditionell oder dadaistisch-lautmalerisch sein. Das Titelstück ist ein melodiöses Wiegenlied, in dem sich schon der sausende Wind ankündigt und mittendrin zu einem Sturm entwickelt, in dem jakutische Gesänge mit wildem Gejodel eingebaut werden. Und der berühmte italienische Ohrwurm „Bella Ciao“ wird durch einen unterlegten Marschrhythmus auf seinen Ursprung als Partisanenlied zurückgeführt. Aber auch Texte von Baudelaire werden vertont. Faraualla covern zudem ungewöhnliche Stücke von Vivaldi bis Tom Waits oder Reggaeton-Star Daddy Yankee. Ein ambitioniertes Album, das Maßstäbe für A-cappella-Gesang setzt.
Hans-Jürgen Lenhart






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