Der Mann – Dr. Pàdruig Morrison, um präzise zu sein – ist Akkordeonist, Musiklehrer, Komponist, Landwirt auf der Insel Uist und Vater, also Akademiker und bodenständig zugleich und definitiv ohne rosa Brille. Wenn seine Schafe Lämmer gebären, dann hat das Vorrang zu haben. Daher ist es bemerkenswert, dass er nun tatsächlich sein erstes Soloalbum vorlegt – und es ist ein Meisterwerk geworden. Gemeinsam mit einer Reihe von Kollegen und Kolleginnen mit zum Beispiel Pipes, Clarsach oder Fiddle (Catriona Price) ist eine wunderbare Mischung aus Instrumentals und gälischen Songs entstanden. Für letztere leihen Mischa MacPherson und Alasdair MacIlleBhàin ihre Stimmen. Die Musik durchzieht ein tiefes Verlangen nach der eigenen gälischen Kultur und eine dauernde, kritische Reflektion der (kultur-)politischen Situation der Highlands und Islands. Letzteres könnte kalte Theorie sein, es ist das Gegenteil. Alles klingt so poetisch wie die gespenstige Stille nach einem schweren Sturm („An Là An Dèidh An Stoirm“). Man meint, den Geruch des Machair zu schnuppern, der grasbewachsenen Dünen der Inseln. Kurz gesagt: Buin klingt wie der Soundtrack der Äußeren Hebriden.
Mike Kamp






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