Doenjang Jjigae – 된장찌개

Koreanische Suppe aus Sojabohnenpaste mit Tofu und Gemüse

6. März 2023

Lesezeit: 5 Minute(n)

Das leckere Rezept liefert uns diesmal Miriam Rossius. Miriam Rossius ist bekannt für die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit des Rudolstadt-Festivals. Auch im Radio ist sie zugange.
Interview: Christian Pliefke

Miriam, stell dich doch bitte kurz vor.

Ich bin in Berlin geboren, aufgewachsen und geblieben – abgesehen von kurzen Episoden in Köln, Dänemark und Ostasien. Hier lebe ich mit meinem Mann und unserem Sohn, aber die meisten Verwandten habe ich in Korea, von wo meine Mutter stammt. Das Land ist ein Sehnsuchtsort, obwohl – oder eben weil – ich weder richtig Koreanisch sprechen noch kochen kann. Okay, ein Gericht geht, das kommt unten.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Über Zufälle und Umwege. Und über die Plattensammlung meiner Eltern. Darin fand ich alles von „Arirang“, dem koreanischen Volkslied schlechthin, über Rock ’n’ Roll bis zu Beethovens Sinfonien. RnB-Alben von Timi Yuro standen zwischen Jean-Michel Jarre und Udo Jürgens. Vor allem mein Vater hörte alles querbeet und hatte für lange Autofahrten eine kuriose Mischung selbst aufgenommener Kassetten. Viele davon sind mir im Ohr geblieben. Selbst Musik zu machen, gab ich aber auf, nachdem ich bei einem Gitarrenvorspiel in der Schule den peinlichsten Blackout meines Lebens hatte. Inzwischen habe ich es mit Schlagzeug versucht, aber mein elfjähriger Sohn ist deutlich talentierter als ich.

Man kennt dich von verschiedenen Promotiontätigkeiten, aber am allermeisten als Pressesprecherin des Rudolstadt-Festivals. Wie bist du dazu gekommen?

Eigentlich wollte ich Sportreporterin oder Auslandskorrespondentin werden, aber dann bin ich vorher doch noch Richtung Kultur abgebogen. Für verschiedene Magazine und fürs Radio schrieb ich Bandporträts, führte Interviews mit Musikerinnen und Künstlern. Ab und zu moderierte ich Konzerte und irgendwann auch den Weltmusikwettbewerb Creole, bei dem Uli Doberenz in der Jury saß, der frühere Direktor des Rudolstadt-Festivals. Der fragte mich, ob ich nicht auch dort mal eine Bühnenmoderation übernehmen wolle. Kurz darauf wollte das Festivalteam gern jemand Festes für die Pressearbeit haben und lud mich ein, dafür eine Bewerbung einzureichen.

Was treibt dich an? Was macht dir besonders viel Freude?

Die Dinge, die unser Publikum so begeistern, machen auch meine Arbeit besonders reizvoll. Das Festival lebt ja ganz entscheidend von unerwarteten kulturellen und musikalischen Begegnungen. Wir schicken die Leute auf eine Entdeckungsreise, aber für mich ist es auch jedes Jahr eine. Dabei setzen wir auf die Neugier des Publikums und seine Wertschätzung auch für völlig ungewohnte Töne. Dass sich so viele Menschen darauf einlassen und dieses Konzept immer wieder aufgeht, ist großartig. Ich empfinde es auch als absolut bereichernd, dass zwar alle von uns ihre jeweiligen Bereiche verantworten, aber wir viele wichtige Entscheidungen im Team treffen und jeder von uns Einfluss auf das Programm nehmen kann. Und natürlich sind die Good Vibrations einfach ansteckend: Gute Laune und strahlende Gesichter, wohin man schaut. Tausende Menschen, die sich einfach freuen, dass wir dieses Festival machen. Das bringt unheimlich viel von der Energie zurück, die wir alle in die Organisation stecken. So eine Resonanz, weil man seinen Job halbwegs gut macht, gibt es wahrscheinlich nicht in vielen Branchen.

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Auch im Radio bist du tätig …

Bei Deutschlandfunk Kultur arbeite ich inzwischen vor allem für die Nachrichten und die Sendung Studio 9 – Der Tag mit …, die im Gespräch mit einem Gast die wichtigsten Themen des Tages durchdekliniert. Morgens geplant, mittags schon gesendet – diese aktuelle Arbeit fürs Radio läuft komplett anders als mein Festivaljob. Es kann herausfordernd sein, ständig zwischen so unterschiedlichen Dingen umzuschalten, aber man bleibt beweglich. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn der Feierabend klar gesetzt ist und ich weiß, mein Teil der Arbeit ist erledigt. Ich schleppe nichts mit rüber in den nächsten Tag oder die kommenden Wochen.

 Das Rudolstadt-Festival musste jetzt leider zweimal ausfallen. Was erhoffst du dir für 2022, außer natürlich, dass es stattfinden muss? Wird es Veränderungen an der Festivalausrichtung geben?

Wie werden 2022 die Zahl der Tickets etwas reduzieren, um alles ein bisschen zu entzerren. Es gibt wahrscheinlich Festivalfans, die sich noch nicht wirklich wohl fühlen, wenn so viele Menschen relativ eng beieinander sind. Ob 2G oder 3G hängt von der weiteren Entwicklung und natürlich von behördlichen Vorgaben ab. Aber ich denke, die Chancen stehen gut, dass wir im Sommer ein relativ unbeschwertes Festival erleben. An unserer inhaltlichen Ausrichtung ändert sich nichts. Vermutlich wird die Ländervielfalt nicht ganz so groß sein wie in den letzten Jahren vor der Pandemie. Wir müssen auch mit kurzfristigen Absagen rechnen, wenn sich einzelne Auftritte am Ende doch nicht mit Quarantäne- oder Einreisebestimmungen vertragen. Und da wünschen wir uns natürlich alle, dass dies die Ausnahme bleibt. Aber ansonsten wird Rudolstadt 2022 ein internationales Festival wie wir alle es gewohnt sind.

Jetzt wäre es schön, du würdest uns dein Lieblingsgericht verraten und kurz sagen, warum du es ausgewählt hast.

Ich würde mich gern öfter quer durch den asiatischen Kontinent essen, hören, schauen. Mit dem Essen klappt es zeitlich am besten. Aber mein Mann kocht sehr gut Thai – da in Konkurrenz zu treten, hat keinen Sinn. Auch Kimchi, ein Muss zu jeder koreanischen Mahlzeit, macht er hervorragend. Da hat es sich dann irgendwie so ergeben, dass ich diese Suppe zu „meinem“ Gericht gemacht habe. Ich habe sie mir bei meiner Tante abgeschaut, die für mich extra immer eine Variante ohne getrocknete Sardellen zubereitet hat. Sie heißt Doenjang Jjigae – 된장찌개 und ist eine koreanische Suppe aus Sojabohnenpaste mit Tofu und Gemüse.

Zutaten für ca. 4–5 Portionen:
  • 1 l Wasser
  • 2-3 EL koreanische Sojabohnenpaste (Doenjang)/„Schwarze Bohnenpaste“

  • 1 kleine Zwiebel

  • 3-5 Knoblauchzehen (je nach Größe und Geschmack)

  • Zucchini nach Belieben, ich nehme 1/3 bis 1/2

  • 1 mittelgroße Kartoffel

  • 250 g festen Tofu

  • 1/2 TL (koreanisches) Chilipulver (Gochugaru)

  • Prise Zucker

Zubereitung

Wasser kochen, dann Bohnenpaste dazugeben und gut verrühren, bis sich die Paste aufgelöst hat. Haut von den Knoblauchzehen ziehen, dann die ganze Zehe plattdrücken (zum Beispiel mit dem Messerrücken, nicht durch die Presse drücken!). Zwiebel in grobe, Kartoffel und Zucchini in kleine Stücke schneiden, Tofu würfeln. Suppe kurz aufkochen, Tofu dazu, wenig später Chilipulver, Zucker und alles Gemüse. Noch mal aufkochen, dann 15 bis 25 Minuten köcheln lassen, zwischendrin probieren und eventuell noch mit Bohnenpaste nachwürzen. Dazu Reis (Rundkorn!) reichen.

Da freut sich jetzt schon der Geschmacksgaumen. Auf, auf zum Nachkochen. Vielen Dank, Miriam.

Aufmacher-Foto:

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