Mit seinem Werk hat sich Rio Reiser als „Rockpoet“ und Mitglied der Band Ton Steine Scherben einen festen Platz in der deutschen Kulturgeschichte erarbeitet. Seine politischen, poetischen und zeitlosen Texte wirken bis heute nach und haben zahlreiche Musikerinnen und Musiker inspiriert. Zum dreißigsten Todestag des Künstlers kuratiert das Nordfrieslandmuseum Nissenhaus in Husum nun vom 24. Mai 2026 bis zum 7. März 2027 eine Sonderausstellung zu seinem künstlerischen Vermächtnis. Als Sprachkünstler und unbequemer Zeitgeist hat er Themen wie Frieden, soziale Gerechtigkeit, Freiheit oder Identität aufgegriffen, die auch heute noch sehr aktuell sind. In elf Themenbereichen, die jeweils ein Motiv aus Reisers Schaffen behandeln, werden Zeitdokumente, Fotos, Autografen, Songtexte, Audioinstallationen und musikalische Quellen präsentiert. Dazu gibt es Interviews mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie verständlich aufbereitete Einordnungen zu heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen, denn das künstlerische Schaffen Reisers und von Ton Steine Scherben war stets eng mit sozialen Debatten, Protestkultur und politischen Bewegungen verbunden.
Es ist die bislang umfassendste Ausstellung zum Leben und Werk Rio Reisers und zugleich die erste ihrer Art in Nordfriesland, seiner langjährigen Wahlheimat. Die Hommage geht zudem über eine klassische Exposition hinaus, denn sie ist auch als lebendiges, vielstimmiges Erinnerungsprojekt gedacht. Dafür sind nun Menschen gefragt, die Rio Reiser und die Band Ton Steine Scherben persönlich erlebt haben. Das Museum ruft alle Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Fans, Freundinnen und Freunde sowie Zeitzeugen dazu auf, sich aktiv zu beteiligen. Gesucht werden persönliche Erinnerungsstücke, Fotografien, Briefe, Konzertmitschnitte oder auch mündlich überlieferte Anekdoten, die einen authentischen Blick auf das Leben und Wirken des Künstlers ermöglichen. Jede Geschichte zählt – ob große Begegnung oder kleine Momentaufnahme. Ziel ist es, die Ausstellung gemeinsam mit der Öffentlichkeit zu gestalten und so ein facettenreiches Bild eines Künstlers zu zeichnen, der Generationen geprägt hat. Wer etwas beisteuern möchte, ist herzlich eingeladen, sich beim Nordfrieslandmuseum Husum zu melden und Teil dieser einzigartigen Ausstellung zu werden: bruemmer@museumsverbund-nordfriesland.de.
Begleitende Konzertlesungen, Diskussionen und weitere Bildungsformate sollen insbesondere jüngeren Generationen den Zugang zu den Themen ermöglichen, für die Rio Reiser stand. Etwa durch das kuratierte Statement „Was würde Rio heute sagen?“, ein interaktives Vermittlungsangebot unter Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Auseinandersetzung mit Reisers Haltung und Sprache. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Ort der Reflexion über Vergangenheit und Gegenwart politischer Kultur. Zentrale Leihgaben stammen aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach sowie von Weggefährt:innen wie Claudia Roth, Nikel Pallas und Gert Möbius.
Mehr Infos zur Ausstellung gibt es unter www.museumsverbund-nordfriesland.de/nordfriesland-museum/de.






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