Was für ein kraftvolles Album. Das Zusammenspiel aus persischer Langhalslaute, Kora und Percussion erfasst den gesamten Körper und schafft tatsächlich Raum für Erneuerung. „Estuaire“, („Mündung“) ist der Ort, an dem das Süßwasser der Flüsse auf das Salzwasser des Meeres trifft. In diesem Raum entstehen Transformation und Fruchtbarkeit, dort kann Unerwartetes passieren. Und genau das gelingt den drei exzellenten Musikern Kiya Tabassian aus dem kanadischen Quebec, seinem Landsmann Patrick Graham aus Montreal und dem Senegalesen Ablaye Cissoko. Zusammen bilden sie die aktuelle Besetzung des Ensembles Constantinople, das 2001 vom aus Teheran stammenden Setarvirtuosen und Sänger Tabassian gegründet wurde. Sein Ziel war es, mit wechselnden Musikern unterschiedlichste Epochen und Musikkulturen zu vereinen. Im Zusammenspiel mit dem Korameister und Sänger Cissoko und dem Ausnahmepercussionisten Graham gelingt das auf dem bereits 26. Constantinople-Album fantastisch. Die drei weben Geschichten über die Natur, das Meer, die Vögel und die Verbundenheit des Menschen mit allem. Die elf intensiven Kompositionen verbinden eine unvergleichliche melodische Schönheit mit meditativen Rhythmen und inspirierender Poesie. Diese Musik strahlt voll purer Freude auf das Leben. Ein Fest für alle Sinne.
Erik Prochnow






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