Gar nicht so staubtrocken, wie man das erwarten wollte, kommt das sechste Album der Sahara-Rocker von Tamikrest daher. Zwischen Blues, Twin-Peaks-Einflüssen und orientalischen Melodien kreisen die acht Songs, die erstaunlich sogwirkend sind und einen auf eine fremdländische Reise mit in die Wüste nehmen. Los geht das nur acht Songs umfassende Werk mit „Adagh Oyantid“, die 37 Minuten Album nehmen damit einen düsteren Auftakt, der von den schleppenden Drums und den irgendwie bluesigen Riffs der nur leicht angezerrten Gitarre lebt, über die ein hypnotischer Gesang gelegt ist, der diesen Wüstentrip von Texas in die Sahara verlegt. Überhaupt ist es ein trockener Kuss zwischen Ost und West, der sehr gut funktioniert – Instrumentierung: West; Gesang: Ost. Das ist nicht zuletzt an der Tuaregsprache Tamaschek festzumachen, die für westliche Ohren einen exotischen Touch hat, etwa in „Inizdjam“ oder „Iman Derhan Nasn“. Und auf der anderen Seite ist da diese bluesige Note, die auch aus den Sümpfen Louisianas stammen könnte. Gelegentlich gibt es auch ein paar schwüle Soli zu hören, insgesamt aber überwiegt das hypnotische Element. Man muss sich gar nicht so sehr in diese Musik einhören, wie man anhand der Beschreibung vielleicht vermuten könnte, denn wenn Assikel eines ist, dann dies: ganz einfach zugänglich.
Wolfgang Weitzdörfer






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