„Tuuletar“, das klingt schön lautmalerisch und lustig, und die vier Damen auf dem Cover sehen auch aus, als hätten sie es faustdick hinter den Ohren. Sie singen finnische Vokalmusik, a cappella, wie das Presseinfo behauptet. Das ist allerdings nicht ganz richtig: Im Hintergrund setzen alle vier Tuuletarinnen allerlei Rhythmusinstrumente ein, und die sind bisweilen ganz schön laut. Aber sie dienen wirklich auf überzeugende Weise zur Untermalung der Stimmen des Quartetts. Der Name Tuuletar wird schon im finnischen Nationalepos Kalevala erwähnt – das übrigens derzeit wirklich die finnische Musik noch mehr zu inspirieren scheint als irgendwann in den vergangenen Jahrzehnten. Im Kalevala agiert eine Windgöttin dieses Namens, und da wundert es nicht, dass in der Musik der nach ihr benannten Gruppe ein sehr frischer Wind weht. Die Lieder bewegen sich dabei im Jahreslauf – Saat, Ernte, Liebe zur Erde sind wichtige Themen. Tuuletar beherrschen einfach jeden Stil, egal, ob der finnischen Gesangstradition verpflichtet, ob disco- oder klassisch angehaucht oder voller großer Gefühle wie ein alter Grand-Prix-Beitrag. Selbst ein polnisches Lied ist diesmal mit von der Partie.
Gabriele Haefs






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