Die Musikwelt Irans

Vortrag mit Bildern und Filmen am 1. Februar in Köln

26. Januar 2024

Lesezeit: 2 Minute(n)

Klassik, Pop- und Volksmusik auf allen Radiokanälen, ein amerikanischer Musiker mit einer eigenen Fernsehsendung und internationale Musikstars wie Artur Rubinstein und Karlheinz-Stockhausen beim Shiraz Festival of Arts: Für viele Iranerinnen und Iraner war das die gute alte Zeit. Dabei war Iran auch unter Schah Mohammad Reza Pahlavi kein wirklich freies Land. Kritische Geister gerieten schnell ins Visier des berüchtigten Geheimdienstes SAVAK und verschwanden im Gefängnis.

Die sogenannte Islamische Revolution 1979 führte dann aber zu einer Zäsur, die die Kulturschaffenden besonders hart traf. Musik zu Unterhaltungszwecken wurde verboten, Frauengesang vor einem aus Männern und Frauen bestehenden Publikum ebenso. Viele gingen ins Exil, Los Angeles wurde zu einem Zentrum populärer iranischer Musik. Auch in London, Paris, Berlin und Köln bildeten sich Biotope iranischer Musik. Bis zur Jahrtausendwende gingen neue musikalische Impulse meist von dort lebenden Künstlerinnen und Künstlern aus – so schien es jedenfalls aus westlicher Perspektive.

Die Weiterentwicklung der Musik im Iran jenseits der traditionellen Klänge wurde erst durch die Verbreitung des Internets hör- und sichtbar. Tatsächlich gab und gibt es heute Musik fast jeden Genres im Iran – erlaubte und verbotene, öffentlich aufgeführte oder nur privat gehörte. Die Freude an Musik und Tanz ist in der iranischen Natur und Kultur fest verankert. Im privaten Rahmen wird diese besonders intensiv zelebriert – zum Beispiel bei ausgelassenen Hochzeitfeiern oder unter konspirativen Bedingungen organisierten Techno-Partys in der Wüste.

In seinem Vortrag „Die Musikwelt Irans“ am 1.2.2024 in der Kölner Melanchthon-Akademie erzählt Bernd G. Schmitz von dem, was vor und nach 1979 im Iran in der Musik möglich war und ist. Die Palette der ausgewählten Bilder und Filmbeispiele (eigene und im Internet gefundene) reicht dabei von den früheren Stars der iranischen Popmusik, die heute in Nordamerika und Europa die größten Hallen füllen, bis hin zu jungen Musikerinnen und Musikern, die in der Islamischen Republik und in der exiliranischen Diaspora Haltung zeigen und ihre Kunst weiterentwickeln – von Heavy Metall über Jazz bis zur Volksmusik. Letztere dürfte in keinem Land der Welt facettenreicher sein als im Vielvölkerstaat Iran mit seinen zahlreichen Musikkulturen.

www.melanchthon-akademie.de/programm/kurs/19017-die-musikwelt-irans

Videoteaser: www.youtube.com/watch?v=MX6lyWatHSM

Collage: © Bernd G. Schmitz

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