Sieben Jahre ist es her, dass sie ihre Karriere beendete. Ihre Stimme erhebt sie jedoch weiterhin lautstark. Am 9. Januar wurde Joan Baez 85 Jahre alt und die Folklegende kämpft weiterhin unverdrossen gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt. So setzt sie sich für Flüchtlinge ein, unterstützt ukrainische Kinder und kritisiert vor allem die Politik des US-Präsidenten, Donald Trump. „Ich versuche die Menschen zu ermutigen, das nicht einfach auszusitzen, sondern etwas zu tun“, sagte sie in einem Interview mit der Zeitschrift Rolling Stone im Sommer 2025. Jeder könne Trump etwas entgegensetzen.
Sie selbst trat 2025 etwa als musikalischer Gast einer politischen Tour über den Einfluss der Oligarchen in den USA der beiden demokratischen Politiker Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez auf. Zudem engagierte sich die Mitbegründerin des Sechzigerjahre-Folkrevivals auch musikalisch auf vielen Demonstrationen gegen die Trump-Regierung. So sang sie etwa im Oktober 2025 bei den „No Kings“-Protesten in San Francisco. Im Dezember des vergangenen Jahres veranlasste Trump Baez sogar, nach neun Jahren wieder ins Studio zu gehen. Gemeinsam mit dem Folksänger Jesse Wells nahm sie dessen Song „No Kings“ auf.
Darüber hinaus widmet sich Baez in ihrem Ruhestand vor allem der Reflexion ihres Lebens. Sie malt, veröffentlichte den Gedichtband When You See My Mother, Ask Her to Dance und schloss Frieden mit der dunklen Seite ihrer familiären Vergangenheit. In der 2023 erschienenen Dokumentation I Am a Noise erzählt sie offen von ihren Depressionen, Panikattacken und dem möglichen Missbrauch durch ihren Vater. Für die Folksängerin war das offensichtlich eine Befreiung. Denn, wie sie im Film sagt, war das vergangene Jahrzehnt für sie in ihrem Leben offenbar das glücklichste.






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