Folk Jamstival Hamburg

Wenn aus Fremden eine Szene wird

10. April 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Was passiert, wenn siebzig junge Menschen mit Instrumenten, Ideen und einer gemeinsamen Leidenschaft für Folkmusik aufeinandertreffen – ohne festen Spielplan, ohne gebuchte Acts, aber mit umso mehr Neugier? Beim Folk Jamstival Hamburg entsteht genau daraus etwas Eigenes: ein Wochenende, das weniger Festival ist als gelebte Begegnung.

Vom 17. bis 19. April 2026 verwandelt sich die Fabrique im Hamburger Gängeviertel in einen offenen Klangraum für eine neue Generation der Folkszene. Hier wird nicht nur gemeinsam gespielt, sondern ausprobiert, verworfen, neu gedacht.

Die Idee zum Jamstival entstand aus einer einfachen Beobachtung: Obwohl viele junge Menschen sich für Folk begeistern, begegnen sie sich selten. Szenen existieren nebeneinander, Kontakte bleiben zufällig. Das Jamstival setzt genau hier an – und bringt Menschen bewusst zusammen. Was dann passiert, ist nicht komplett planbar: Sessions entstehen spontan, Workshops entwickeln sich aus dem Moment heraus, neue musikalische Verbindungen bilden sich oft schon in den ersten Stunden.

Das Konzept folgt einem klaren Prinzip: Alles kommt aus der Gruppe. Es gibt keine gebuchten Headliner, keine vorgegebenen Workshopleitungen. Stattdessen teilen die Teilnehmenden ihr Wissen, ihre Tunes und ihre Ideen miteinander – direkt, niedrigschwellig und auf Augenhöhe. Dieses Open-Space-Format macht das Jamstival zu einem Ort, an dem nicht Perfektion zählt, sondern Beteiligung.

Ein prägender Moment der Ausgabe 2025 war eine spontan initiierte FLINTA*-Session. Was als musikalisches Treffen begann, entwickelte sich zu einem Raum für Austausch über Erfahrungen, Perspektiven und Wünsche innerhalb der Szene – und fand später seinen Weg auf die Bühne. Solche Momente zeigen, was möglich wird, wenn ein Raum offen genug ist, damit Neues entstehen kann.

Neben Sessions und Workshops am Tag öffnet sich das Jamstival am Abend auch für die Öffentlichkeit. So gibt es am Veranstaltungsfreitag einen offenen Balfolk mit der Band Fravil sowie einen Workshop mit dem Titel „Überleben auf der Tanzfläche“. Am Samstagabend startet um 20 Uhr eine offene Bühne mit den Teilnehmenden.

Das gesamte Wochenende ist als solidarisches Modell organisiert: Teilnahme und Eintritt funktionieren nach dem Prinzip „Pay what you want“. Auch organisatorisch tragen alle zum Gelingen bei – vom Kochen bis zum Umbau. So entsteht nicht nur Musik, sondern Gemeinschaft.

Mit einer Altersorientierung bis etwa vierzig Jahre richtet sich das Jamstival gezielt an eine jüngere Generation. Ziel ist es, frische Impulse in die Szene zu bringen, neue Netzwerke zu knüpfen und langfristig dazu beizutragen, dass Folkmusik lebendig bleibt und sich weiterentwickelt. Oder, wie es das Team selbst formuliert: Es geht vor allem darum, „eine ganze Menge Spaß mit und an der Folkmusik zu haben“ – und dabei vielleicht den Grundstein für das zu legen, was die Szene von morgen sein kann.

Um diese wird es dann auch in Ausgabe #2.26 des folker gehen, deren Schwerpunkt unter dem Titel „New Roots – die neue deutsche Folkgeneration“ steht. Das Heft erscheint im Juni 2026.

Kontakt: folkjamstivalhamburg@gmail.com

www.instagram.de/folk_jamstival_hamburg

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