Sanft, luftig, mehr Singer/Songwriter als Bossa Nova, ein Hauch Jazz und Elektronik, raffinierte Arrangements. Anna Setton ist eine typische Vertreterin der neuen Generation Brasiliens, deren Sound sich in den letzten Jahren immer mehr von den musikalischen Klischees des Landes entfernt hat. Und nach dem Abklingen von Corona und einer fatalen Präsidentschaft schaut man auch dort optimistischer in die Zukunft. O Futuro É Mais Bonito („Die Zukunft ist schöner“) heißt Settons neuestes Album.
Text: Hans-Jürgen Lenhart
Vor fünfzehn Jahren begann die Sängerin und Gitarristin Anna Setton ihre Karriere in São Paulos Clubs, veröffentlichte aber erst 2018 ihr unbetiteltes Debütalbum, welches eine Mischung von Cool Jazz und brasilianischen Klassikern präsentierte. Hier merkte man bereits, dass ihre intensive Stimme mehr im Mittelpunkt steht als der Ensemblesound oder instrumentale Improvisationen. Die leichtfüßigen Songs erinnern an Kolleginnen wie Ana Caram, die sich schon früher mit kunstvollen Arrangements zwischen brasilianischen Klassikern und Smooth Jazz bewegten. So hat Settons Version des „Nature Boy“ einen leichten Latin Touch, ohne die Jazzebene zu verlassen oder klassische Easy-Listening-Pfade zu betreten. Immer wieder gibt es Tempowechsel, was sie auf ihrem neuen Album erneut aufgreift.
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