Erik Stucky – aufgewachsen in den Bergen Western Colorados, erste Mandoline mit acht, Debütalbum 2017, dann Nashville, umgehend Fuß gefasst, alles tipptopp – mag als Autor, Interpret und Sideman so erfolgreich sein wie er will, seinen persönlichen Unsicherheiten, Zweifeln und Fragestellungen bezüglich der menschlichen Existenz an sich tut das offenbar keinen Abbruch. Seine fünfte Veröffentlichung präsentiert fünf reife Songs über die Notwendigkeit, auf Zack zu bleiben; vorwärtszugehen, wo es einen eher hinzieht; dem monotonen Alltag zu entfliehen wie der Wind; nicht an den Nachteilen zu verzweifeln, die auch im Allerpositivsten noch zu erwarten sind; und nie zu vergessen, dass auch die größte Malaise sich jeden Moment doch noch in Wohlgefallen auflösen kann. Americana im Geist eigentlich bereits verblasster Generationen, die sich von den Anfechtungen der Gegenwart noch nicht hat den Schneid abkaufen lassen und deshalb über weite Strecken auch noch so klingt – deutlich knackiger als heutzutage oft üblich. Und mit ihrem Spektrum von kraftvoll schwer schleppendem, quasi bluesigem Groove bis zackig funky mit einem Touch Gypsy und Ostfolk ist sie ungewöhnlich abwechslungsreich dazu.
Christian Beck






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