Ganz bescheiden in schlichtem grau-schwarzen Outfit (mit króta, „Verzierungen“) kommt das Album des schwedischen Fiddlers Mats Edén mit den beiden Norwegern Tellef Kvifte (Flöten) und Knut Kvifte Nesheim (Schlagzeug) daher und birgt doch große Schätze – siebzehn traditionelle Melodien aus Schweden und Norwegen sowie eine neue Komposition des Groupa-Geigers: die „Polska Nr. 125“ aus seinem riesigen kompositorischen Œuvre. Wie Edén so hat auch Tellef Kvifte Folkgeschichte geschrieben. Ende der Siebziger war er Teil des Trios Slinkompas, wo Gesang, Hardangerfiedel und Flöte nicht mehr solistisch, sondern miteinander spielten, war Hochschullehrer für Volksmusik und Produzent etwa des legendären Albums Gula, Gula von Mari Boine, durch das diese mithilfe Peter Gabriels weltbekannt wurde. Leider sind die Zeiten, in denen ein neues Album eine so große Wirkung hat, anscheinend vorbei, denn dieses hier ist im Rahmen dessen, was man „Spielmannsmusik“ nennt, eigentlich sensationell. Zweistimmiges Spiel hat in Schweden Tradition, in Norwegen kaum. Mats Edèn harmonisiert, rhythmisiert oder füllt die Räume mit fast impressionistischen Strichen wie kein Zweiter. Ähnliches gelingt dem jungen Schlagzeuger mit einem großen Klangspektrum. Kviftes traditionelle Sjøfloyte liegt tonlagenmäßig im Sopran und klingt warm wie eine Altblockflöte. Es fällt schwer das in einem durchzuhören. Jedem Stück möchte man sich gerne gleich noch einmal widmen.
Jens-Peter Müller






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