The Klezmatics

Made For These Times (Asphalt Tango/Indigo)

9. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Im folker-Interview (#1.26) geben sich die Musiker der Klezmatics zurückhaltend und betonen: „Nein, wir sind keine politische Band, aber nachdenklich und aufmerksam.“ Eine deutlichere Sprache zeigt sich dann in der Auswahl der Songs auf ihrem neuen Album. So hören wir gleich zu Beginn eine jiddische Version von Georg Herweghs „Bundeslied“ – „Un du akerst“ betitelt – mit den Zeilen: „Ale reder steyhen stil, eyb dayn shtarker orem vil!“. Den markigen Versen Herweghs folgt das von Woody Guthrie verfasste „Deportee“, ein Memento an den Tod abgeschobener mexikanischer Wanderarbeiter bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1948 – heute aktueller denn je. Ein Auftakt, wie er wohl kaum entschiedener sein könnte. Nach vierzig Jahren, in denen die Musikschaffenden um Sänger Lorin Sklamberg den Begriff „Klezmer“ ganz eigen definiert haben, nun also eine zwölfteilige Bilanz mit Tants und Freylech, vielen musikalkischen Gästen und trotzigen Statements wie im von Clarissa Pinkola Estés geschriebenen Titelsong „We Were Made For These Times“. Noch immer hat mancher aus der Band einen Koffer in Berlin, schon die ersten Aufnahmen der Gruppe wurden 1989 von einem Berliner Label veröffentlicht – damals bei Piranha Records, heute ist die Band bei Asphalt Tango, ebenfalls Berlin, zu Hause.

Gerd Döring

Cover
The Klezmatics
Made For These Times (Asphalt Tango/Indigo)

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