Wolfgang Puschnig

Das Kirchlein von Tauern (Quinton/Galileo MC)

14. September 2026

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Er ist in vielen Sätteln zu Hause, der Wolfgang Puschnig. Hat im Vienna Art Orchestra gespielt, mit Carla Bley und dem koreanischen Percussionensemble SamulNori. Nun hat der „Wolfi“, wie ihn alle nennen, gar eine Kurzoper verfasst, in der sich gestandene Tradition und avancierte Klänge treffen. In Das Kirchlein von Tauern hat er eine alte Sage über die Entstehung einer Kirche in den Ossiacher Tauern vertont. Durchaus eingängige Melodien verbinden sich hier mit raffinierter Harmonik und kräftigem Bläsereinsatz. Der Gesang bleibt stets klar und verständlich, getragen von einer sensiblen Ensembleführung, die den Stimmen viel Raum lässt. Besondere dramaturgische Wirkung entfaltet das Libretto Antonio Fians durch den Wechsel zwischen Hochsprache und Dialekt: Erzähler und Hauptfiguren agieren in „gehobener“ Sprache, der kommentierende Chor singt in Kärntner Mundart, in der Tradition des regionalen Volksgesangs. Puschnig beschreibt den Grundton seiner Komposition als „von einer leichten Kärntner Melancholie“ geprägt, eine Atmosphäre, die sich durch das gesamte Werk zieht. Mit dem Mostviertler Birnbeitler Quintett und dem Windobona Quintett sind gleich zehn Bläser in Aktion, und so entsteht ein vielschichtiger Klang, rotweißrote Volksmusik, aber weit jenseits konventioneller Alpenfolklore.

Gerd Döring

Cover
Wolfgang Puschnig
Das Kirchlein von Tauern (Quinton/Galileo MC)

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