Anne Sofie von Otter

Berlin! Berlin! Berlin! (BIS/Naxos)

14. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Aus Liedern und Schlagern der 1920er- und 1930er-Jahre haben Barry Kosky und Adam Benzwi an der Komischen Oper Berlin eine Revue zusammengestellt, die jetzt auf CD erscheint. Unter den Komponisten finden sich bekannte Namen wie Friedrich Hollaender und Michel Jary, aber auch solche, deren Lieder weit eher mit ihren Interpretinnen verbunden sind als mit den Namen ihrer Schöpfer: Lothar Brünes „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ etwa aus dem Film La Habanera, gesungen von Zarah Leander, oder „Ich brauche keine Millionen“, das Marika Rökk im Film Hallo Janine sang. Anne-Sophie von Otter, die Interpretin der Lieder, ist in vielen Genres zu Hause. Sie ist eine bekannte Opernsängerin, mag aber auch Lied und Chanson. Für die forsche Begleitung durch die Musiker der Komischen Oper hat sie ein sehr treffendes Lob gefunden: „Preußischer Swing! Wobei ‚Schwung‘ das bessere Wort wäre.“ Die Auswahl der Lieder ist eigen, aber schlüssig. Allzu Bekanntes fehlt – kein „Kleiner grüner Kaktus“ und auch kein „Süßer“, der sonntags segeln gehen will. Dafür steht neben Schlagern aus UFA-Filmen auch Ernstes und Bitteres, das die Zeit getreu spiegelt. Songs aus dem Hollywood-Liederbuch von Bert Brecht und Hanns Eisler stehen neben spöttischen Versen von Bruno Balz und den eleganten Klängen Friedrich Hollaenders.

Gerd Döring

Cover
Anne Sofie von Otter
Berlin! Berlin! Berlin! (BIS/Naxos)

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