Als Angehörige der Muskogee ist Joy Harjo tief in der indigenen Tradition Nordamerikas verwurzelt. Mit ihrem Schaffen als Dichterin wurden ihr sehr hohe akademische Ehrungen zuteil. Gleichzeitig ist sie eine hervorragende Saxofonistin, und so ist dieses Album als Gesamtkunstwerk zu verstehen, in dem Dichtkunst, Poesie, Jazz und Einflüsse indigener Musik verschmelzen. Die ganze Vielfalt erschließt sich einem jedoch nicht sofort. Hier ist langsames, aufmerksames Zuhören und ein Herantasten an die Musik und die gesprochenen Worte nötig. Nur so gelingt, oft unter Zuhilfenahme des hervorragend gestalteten Booklets, der Zugang in eine Welt, in der Spiritualität durch Sprache und Musik ihren Ausdruck findet. Gemeinsam mit der Bassistin Esperanza Spalding, dem Gitarristen Matthew Stevens und mit Justin Tyson am Schlagzeug gelingt es dem Quartett, jedem der hier ausgewählten Gedichte den passenden musikalischen Rahmen zu bereiten. Aber wie gesagt: Diese Musik ist nicht leicht, nicht zur Unterhaltung gedacht. Lässt man sich jedoch darauf ein, nimmt sich die Zeit und die Muße, wird man reich belohnt.
Achim Hennes






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