Folk im Theater

Historisches Drama mit Musik in Mainz

2. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Vier Monate nach der Premiere dort am 18. Juni 2026 kommt das Drama Refuge im Oktober zurück auf die Bühne des Mainzer Staatstheaters, das die Produktion zuvor in Auftrag gegeben hatte. Die irische Autorin Deirdre Kinahan verquickt in ihrem Historienspiel die allerorten aufflackernden Anfeindungen gegen „Fremde“ mit einer kaum bekannten Auswanderergeschichte aus dem 18. Jahrhundert. Damals zog es, der Not gehorchend, Tausende aus der Pfalz nach England und Irland.

Szene aus 'Refuge', re. am Klavier Steve Wickham

Foto: Andreas Etter

Unter der Regie von Kinahans Landsmann Jim Culleton versucht das Schauspielensemble aus Irland und Deutschland den Spagat zwischen der Grünen Insel und der Pfalz, zwischen Gestern und Heute. Einen weiteren Twist gibt mit eindrucksvollem Spiel ein aus dem Iran stammender Flüchtling, der in Irland strandet. Dem erscheint Hannah, ein guter Geist aus dem Jahr 1709. Sie hatte, anders als ihr Mann und seine Freunde, die sich dem englischen Lehnsherrn verpflichtet fühlten, Kontakt zu den Einheimischen aufgenommen. Lernte den netten Herrn Ireland kennen und geriet zwischen die Fronten: hier die katholischen landlosen Iren, dort die vom Großgrundbesitzer eingespannten evangelischen Pfälzer. Bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen gingen die Streitigkeiten, und wenn man heute in Irland Rufe nach „Foreigners out!“ hört, gelten diese wieder dem Fremden, dem Unbekannten.

Musikalisch begleitet wird die Handlung von dem irischen Musiker und langjährigen Mitglied der Waterboys Steve Wickham aus Sligo. Er ist immer präsent auf der Bühne, mal mit Mandoline oder Geige, dann am Klavier. Ein behutsames, nie aufdringliches Spiel, das dem Stück Atmosphäre verleiht. Termine in Mainz gibt es am 17., 20. und 21. Oktober 2026, davor gastiert das Ensemble im Lime Tree Theatre in Limerick und im Pavilion Theatre im Dubliner Stadtteil Dún Laoghaire.

www.staatstheater-mainz.com

Szene aus 'Refuge', re. an der Geige Steve Wickham

Foto: Andreas Etter

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