Die Kölner Lutherkirche soll als Gotteshaus aufgegeben und verkauft werden. Als einen Grund nennt die dafür verantwortliche Evangelische Gemeinde Köln finanzielle Schwierigkeiten durch dramatisch gesunkene Kirchensteuereinnahmen, weil sich die Zahl der Gemeindemitglieder innerhalb von sieben Jahren um 25 Prozent verringert habe.
In der Lutherkirche finden bislang nicht nur kirchliche Veranstaltungen statt, sondern auch soziale und kulturelle Projekte im Rahmen der Stadtteilarbeit. Für die freie Musikszene Kölns ist die Kirche ein wichtiger Veranstaltungsort für Konzerte und das jedes Jahr im September stattfindende Percussionfestival mit internationaler Beteiligung.
Die breite Kölner Öffentlichkeit erfuhr Anfang Juni von den Schließungsplänen. Kurz nach dem Bekanntwerden formierte sich Widerstand. Jan Krauthäuser, Kulturaktivist und Mitinitiator einer Onlinepetition, die sich gegen das Vorhaben ausspricht, schrieb damals: „In der Südstadt, aber auch darüber hinaus, würde das viele Projekte zerstören, die sich unter dem Schirm von Südstadtleben e. V., dem kulturellen Förderkreis der Lutherkirche, entwickeln konnten. Mit der Lutherkirche würde auch Kölns wichtigster Konzertsaal für interkulturelle, Globale Musik wegfallen! Kölns vielgepriesene Weltoffenheit wird gerade Stück für Stück abgebaut.“
Die Onlinepetition wurde inzwischen von über 10.800 Menschen unterzeichnet: https://weact.campact.de/petitions/rettet-die-lutherkirche-keine-schliessung-des-kulturellen-herzens-der-kolner-sudstadt. Am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, findet nun eine Kundgebung für den Erhalt der Lutherkirche als Kultur- und Begegnungsort statt. Treffpunkt ist um 18.00 Uhr auf dem Severinskirchplatz in der Kölner Südstadt. Ab 18.30 Uhr ist ein Demonstrationszug von dort zur Lutherkirche geplant, ab 19.30 Uhr ein Musikmarathon im Hof des Gebäudekomplexes.






0 Kommentare