Verlagsmitteilung: Ein bewusster Schritt

fortes Medien verlagert die Druckproduktion wieder nach Deutschland

Andrea Iven

Ich bin die folker Verlegerin und Gründerin von folker.world. So kümmere ich mich um die Vermarktung, die Strategie und um den Vertrieb.

2. März 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Zum Jahreswechsel stellt fortes Medien, der Verlag des folker, die Produktion seiner gedruckten Medien auf eine deutsche Druckerei im Chiemgau um. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines langen Abwägungsprozesses. Die Zusammenarbeit mit unserer bisherigen ungarischen Druckerei war über viele Jahre hinweg professionell, zuverlässig und von gegenseitigem Respekt geprägt. Die Ansprechpersonen vor Ort waren stets hilfsbereit und kooperativ. Dafür sind wir dankbar.

Gleichzeitig ließ sich ein persönliches Unbehagen nie vollständig ausblenden. Die politische Entwicklung in Ungarn ist ein Fakt, der sich nicht ignorieren oder relativieren lässt. Als Verlegerin trage ich Verantwortung für Inhalte, Produktionsbedingungen und für die Werte, die ein unabhängiger Verlag nach außen vertritt.

Mit der ersten Ausgabe 2026 kehren wir nun wieder nach Deutschland zurück. Deutsche Druckereien waren für uns nie ausgeschlossen, im Gegenteil: Wir haben diese Option immer wieder geprüft und auch genutzt. Am Ende waren die Preise jedoch in der Regel so hoch, dass sie unsere Liquidität massiv belastet haben und für einen kleinen, unabhängigen Fachverlag nicht dauerhaft darstellbar waren. Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang auch, wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen zu treffen, gegenüber unserem Team ebenso wie gegenüber unserer Leserschaft, der wir hochwertige Fachmedien zu erschwinglichen Preisen anbieten wollen.

Mit der neuen Druckerei im Chiemgau haben wir nun einen Partner gefunden, bei dem Qualität, Kostenstruktur und Haltung zusammenpassen. Besonders überzeugt hat uns, dass auch Weiterverarbeitung und Postversand vollständig vor Ort und inhouse erfolgen. Das reduziert Transportwege, spart Zeit und Kosten und vereinfacht die gesamte Abwicklung erheblich.

Wichtig war mir über all die Jahre Transparenz. Die ungarische Druckerei wurde stets offen in den Impressen unserer gedruckten Medien genannt. Dieser Produktionsweg wurde nicht verschwiegen. Umso mehr freue ich mich nun über diesen Schritt und über die neue Nähe in der Herstellung unserer Publikationen.

Ich verstehe diese Veränderung nicht als Abkehr, sondern als Weiterentwicklung. Als bewusste Entscheidung für kürzere Wege, bessere Planbarkeit, und eine Produktion, die geografisch, ökologisch und inhaltlich näher an unseren Leserinnen und Lesern liegt und an unserem Selbstverständnis als unabhängiger Verlag.

Ihre und Eure Andrea Iven

www.fortes-medien.de

www.folker.world

www.akkordeon.online

www.zwiefach.de

Verlegerin Andrea Iven

Foto: Fotostudio 157

3 Kommentare

  1. Finde ich gut! Generell sollte man, was man in der näheren Umgebung herstellen kann, auch von dort beziehen, alleine aus Mitweltverantwortung heraus. Das spart viele Kilometer auf den Straßen und demzufolge Emissionen ins unser aller gemeinsame Atmosphäre. Ich denke, das ist voll im Sinne von Folk for Future und auch dessen, was Bernhard König schreibt: https://folker.world/rezensionen/bernhard-koenig-musik-und-klima/
    Das wäre es auch, wenn in Ungarn eine weniger nationalistische Regierung an der Macht wäre.

    LG, Michael A. Schmiedel

    Antworten
    • Lieber Michael, aber man muss sich diese Schritte auch leisten können. Und ganz viele folker-Abos bekommen:-).
      Liebe Grüße von Andrea

      Antworten
      • Ganz klar, liebe Andrea!

        Man kann jetzt natürlich generelle Systemkritik üben, in dem man schreibt, dass es ein Unding ist, dass in einer Gesellschaft Dinge hergestellt werden, die sich Durchschnittsverdiener dieser Gesellschaft nicht leisten können, so dass man die Herstellung an billigere Standort outsourcen muss, während diese hier Kund:innen auch nicht bei sich, sondern in reicheren Ländern finden müssen.
        Aber das lasse ich jetzt.

        LG, Michael

        Antworten

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