folker präsentiert: Rudolstadt-Festival 2026
Zum dritten Mal geht das Jugendfolkorchester (JFO) in diesem Jahr an den Start und bringt mit seinen rund vierzig jungen Musiker:innen deutschen Folk auf die Bühne des Rudolstadt-Festivals. Das Projekt vereint unterschiedlichste musikalische Hintergründe, Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden. Wir haben mit vier Mitgliedern des Orchesters gesprochen und sie nach ihren persönlichen Zugängen zur Folkmusik, ihren Einflüssen und ihrer Motivation gefragt, Teil dieses besonderen Ensembles zu sein.
Interview: Alex Peters
Wer bist du musikalisch? Aus welcher Region kommst du? Welches Instrument spielst du? Und über welchen Weg bist du zum JFO gekommen?
Ich komme aus Schleswig-Holstein, spiele im JFO Cello und außerhalb davon auch Klavier und ein bisschen Geige. Zum JFO bin ich durch einen Artikel im folker gekommen, nachdem ich 2022 auf dem Rudolstadt-Festival war. Das Festival hat mich damals schon total begeistert, deswegen fand ich die Vorstellung, selbst aktiv Folkmusik zu machen und mit dem JFO auf diesem Festival zu spielen, sehr aufregend.
Das JFO vereint viele musikalische Hintergründe und regionale Traditionen. Was bringst du selbst an musikalischer Prägung mit – und was hast du im Orchester neu kennengelernt?
Ich komme eher aus der klassischen Musik und habe vorher auch eigentlich nur in klassischen Orchestern oder Ensembles gespielt. Folkmusik kannte ich vor allem von zu Hause, vom Hören her. Dabei lag der Schwerpunkt eher auf Balkan- und Klezmermusik, aber es war auch Irisches oder Deutsches dabei, also ziemlich gemischt. Ich habe zwar vor dem JFO auch schon ab und zu mal die ein oder andere Folkmelodie gespielt und das hat mir auch Spaß gemacht, aber ich habe das nie ernsthaft geübt. Deswegen war es für mich beim JFO vor allem ganz neu, überhaupt mal mit so vielen anderen Jugendlichen Folkmusik zu spielen und auch an einem Konzertprogramm zu arbeiten, in dem ausschließlich Deutschfolk gespielt wird.
Im JFO wird viel nach Gehör und ohne Dirigat musiziert. Wie erlebst du diese Art des Zusammenspiels in einem so großen Ensemble? Und was macht sie für dich besonders?
Das Spielen ohne Noten oder Dirigat ist auf jeden Fall etwas, das mir gerade im Vergleich zu klassischen Orchestern im JFO sehr gefällt. Man kann ohne Noten einfach viel besser zusammen spielen, weil man sich dann ja untereinander anschauen und wahrnehmen kann und auch viel besser aufeinander achtet, dadurch wird ein Dirigat dann weniger wichtig. Ich habe auch das Gefühl, dass man, wenn man nach Noten spielt, viel mehr die Musik abliest. Wenn man sie nach Gehör lernt, dann spielt man viel mehr von innen, und das fühlt sich für mich einfach ganz anders an.
Ihr verbringt viel Zeit beim JFO miteinander. Was ist bisher dein Lieblings-JFO-Moment?
Das finde ich ganz schwer zu sagen, weil das ganze JFO fast nur aus Lieblingsmomenten besteht. Besonders schön war aber auf jeden Fall dieser: Nach der öffentlichen Generalprobe 2025, haben eine Geigerin aus dem JFO und ich uns aus Spaß noch kurz ans Klavier gesetzt und nur ein bisschen herumgeklimpert, und plötzlich sind immer mehr andere mit ihren Instrumenten mit in den Raum gekommen und haben einfach mitgemacht. Dann ist ganz spontan und völlig unabsichtlich eine große Session um das Klavier herum entstanden. Leider wurden wir aus dem jüngeren Ensemble dann schon ins Bett geschickt, daraufhin haben wir zum Schluss alle zusammen noch mal „Ade zur guten Nacht“ gespielt, was wir im Jahr davor auch in Rudolstadt gespielt hatten. Das war super schön und wie ich finde ein sehr typischer JFO-Moment.






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