India Ramey

Villain Era (Copado/Blu Élan Records)

14. September 2026

Lesezeit: < 1 Minute(n)

Schon nach den ersten Takten reitet man durch einen Spaghettiwestern. „Sie fürchteten weder Gott noch Männer noch den Teufel, sie kamen, um alles niederzubrennen“ – sie, das ist eine Bande Frauen. Im nächsten Song geht es mit einem Rockabilly weiter, in dem ein Typ klein mit Hut wird, als die Erzählerin ihm klarmacht, dass ab jetzt sie der Bösewicht im Film ihrer Beziehung sein wird. Danach beobachtet zur beschwingten Honky Tonk Pedal Steel eine betrunkene Gästin, die sich als „Alice Cooper im kleinen Schwarzen“ beschreibt, wie ein Koch einen Notruf absetzt, weil die Bedienungen sich im Streit mit Stühlen bewerfen. Die kompromisslose Songwriterin aus Georgia findet für ihren feministischen Outlaw Country starke Bilder und garniert sie mit feiner Ironie, ohne je in Frage zu stellen, dass es ihr auch „heulend, in überteuerter, aber unterliebter Unterwäsche“ sehr ernst ist in ihrer Abrechnung mit Männern, „deren Idee von Vorspiel es ist, den Fernseher auszuschalten“. Sechstes Album, top produziert, namhafte Musiker, durchweg gelungene Scheibe.

Martin Wimmer

Cover
India Ramey
Villain Era (Copado/Blu Élan Records)

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung

L