Ein atemberaubendes Weltmusikprojekt. Mit den beiden Alben setzt der spanische Musiker und Ethnologe sein langfristiges Forschungsprojekt fort, das traditionelle Songbook der spanischen Levante-Region, das Cancionero Popular Villenense, neu zu beleben. Dabei verschmelzt er die regionale Levante-Folklore etwa des Flamencos oder der Malagueña mit traditionellen Stilen aus der ganzen Welt. Nach Aufnahmen in Ägypten, Brasilien, Mexiko oder Deutschland präsentiert Amorós nun auf zwei Alben seinen musikalischen Dialog mit den zentralasiatischen Maqam- und Shashmaqom-Traditionen. Volume 1 wurde mit dem usbekischen Manzur Ensemble vor allem in Buchara und Taschkent in Usbekistan aufgenommen. Amorós, der eine bundlose klassische Gitarre spielte, um die Melodien der Levante leichter mit den mikrotonreichen Skalen Zentralasiens zu harmonisieren, erschuf zusammen mit den traditionellen Instrumenten Tanbur, Ghichak, Doira, Rubab, Oud und Kanun sowie der Geige Kompositionen voller Schönheit und Tiefe. Auf Volume 2 knüpft er in Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisien mit der Gruppe Dastán Navyband nahtlos daran an. Diesmal entstanden die Stücke nicht nur mit den dort beheimateten traditionellen Instrumenten Setar, Dombra, Komuz und Al-Kyak, sondern auch mit dem typischen Kehlkopfgesang. Der von Amorós erfundene Titel des Projekts beschreibt einen für ihn nie endenden Prozess. „Es ist das kontinuierliche Erforschen dessen, was passiert, wenn eine musikalische Tradition wirklich einer anderen zuhört.“ Wunderbare Musik, die in eine ganze neue Welt entführt.
Erik Prochnow






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