Ein Blick aufs Albumcover, die geschlossenen Augen der Künstlerin und den Titel lassen vermuten, dass hier eine Reise nach Innen angetreten wird. Die Querflötistin und Sängerin Naïssam Jalal widmet sich seit rund zwanzig Jahren der klassischen Musik Nordindiens. „Musik ist nicht universal …, eine musikalische Sprache ist der intime Ausdruck des Geistes einer Gemeinschaft.“ Um dieser Sprache gerecht zu werden, muss man sie kennen. Die französische Künstlerin hat sich intensiv mit der Literatur und Geschichte des Subkontinents beschäftigt, hat die Gelegenheit genutzt bei großen Vertretern der musikalischen Traditionen Nordindiens wie dem Flötisten Hariprasad Chaurasia und der Sängerin Indrani Mukherjee zu studieren. Das spirituelle Erbe Indiens wird in den fünf ausgedehnten Stücken des Albums auf lebendige, aufregende Weise hörbar. Jalal gehört zu den expressivsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz und erschafft auf Landscapes Of Eternity faszinierende Klanglandschaften, die gleichzeitig zeitgenössisch sind und in tiefer Verbindung zur jahrhundertealten musikalischen Sprache Nordindiens stehen. Unterstützt wird sie dabei von Musikschaffenden aus beiden Welten. Ein Album, das alles in sich birgt, Stille und Ekstase.
Rolf Beydemüller






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