Satellites

Satellites + / Aylar (Batov Records)

14. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

Nicht mehr rechtzeitig zur Rudolstadt-Ausgabe erreichten uns die beiden Alben der israelischen Gruppe Satellites, die zwar im Vorfeld des Festivals angekündigt war (was übrigens der Presseabteilung auf Nachfrage unbekannt war), dann aber aus unbekannten Gründen doch nicht auftrat. Wer trotzdem deren Musik genießen möchte, müsste allerdings seinen (ggf. vielleicht bereits längst verstaubten) Plattenspieler aus dem Keller hervorkramen: Als CD waren beide Alben nicht oder zumindest nicht mehr erhältlich. Dabei sind die Preise für Vinyl mittlerweile erheblich teurer: 37 und 28 Euro im vorliegenden Fall. Was man sich auch immer aus Israel und dessen breitem musikalischem Spektrum erwartet hatte – sicherlich war es nicht ein von der Welle des psychedelischen Rocks beeinflusster Stil, der in den Sechzigern und Siebzigern durch die Türkei fegte und damals mit traditionellen Volksmusikelementen verschmolzen wurde. Insofern haben Satellites auf beiden Alben im Wesentlichen auf eigene Kompositionen verzichtet, vielmehr sollten die lebendige Qualität klassischer türkischer Musik hervorgehoben und die anatolischen Folk- und Psychedelic- Acts jener goldenen Musikära gewürdigt werden. Von den Musikern des ersten Albums aus dem Jahre 2021 sind vier Jahre später auf Aylar (2025), dem zweiten Album, nur Itamar Kluger (baðlama) und Ariel Harrosh (b, g) übriggeblieben. Mit der neuen Besetzung, nun ergänzt durch Rotem Bahar (voc), Tal Eyal (perc), Tsuf Mishal (keyb) und Lotan Yaish (dr), bewegt sich das Sextett zwar weiterhin schillernd auf dem Weg traditioneller türkischer Folklore und Instrumentierung. Allerdings entfernte sich die musikalische Entwicklung der Gruppe mit diesem zweiten Album deutlich von der Arbeit im Studio. Der nun leicht geänderte Stil mit dominanten ätherisch-psychedelischen Gitarrenmelodien und groovigen Basslinien scheint mehr für ausgedehnte Liveauftritte geeignet zu sein. Sicherlich eine Musik, die jeden Festivalgast mindestens zum Mitbewegen, häufiger jedoch auch zum Mittanzen animieren dürfte.

Matti Goldschmidt

Cover
Satellites
Satellites + / Aylar (Batov Records)

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung

L