Constanze ist Multiinstrumentalistin mit einer gewissen Neigung zu Blasinstrumenten, wobei es aber auch gerne was zum Zupfen, Streichen, Klöppeln oder Drehen sein darf. Genau genommen ist es egal, was Constanze spielt und worauf, denn irgendwie sieht sie immer gut aus. Das bemerkt auch Luden Leupold, der mediterran gebräunte Malereieleve aus dem 2. Studienjahr, der Constanze unbedingt malen muss oder wie das heutzutage heißt.
Nun sitzt sie seit Tagen Modell, und er kann sich nicht entscheiden. Soll sie mit der Posaune posieren oder mit der Baritonlyra, mit dem Hackbrett oder dem Violone, der Brambacher Waldzither oder dem Engadiner Quetschbrett?
„Spiel doch mal was an“, bittet Luden, und Constanze spielt was auf dem Serpent.
„Klingt gut“, sagt Luden, „aber vielleicht verdeckt es zu viel.“
„Oh“, sagt Constanze und greift zur Highland Pipe.
„Ganz toll“, sagt Luden – denkt aber: Was, wenn ihm während der Sitzung die Trommelfelle wegschwimmen?
„Ich hätte auch einen Böhmischen Bock“, meint Constanze. Den versteht Luden als Anspielung.
Letztlich wurde es ein Brustbild mit Okarina.
„Schade“, sprach Luden. Und schwärmte am Künstlerstammtisch, wie toll Constanze die Kniegeige gestanden hätte. Jene mit Vorstellungsvermögen nickten ahnend.
So geschah es, dass mal wieder eine Erregung weniger auf die Welt kam.
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