Maria Skanselid ist eine neue schwedische Liedermacherin, die mit Vill ihr erstes Album vorlegt. Sie schreibt und komponiert alles selbst, singt und spiel Cello. Es geht auch gleich los mit einem Cello-Einsatz beim ersten Stück, das ein bisschen melancholisch und romantisch klingt, was zum Titel passt („Förlåt mig“ – „Verzeih mir“). Dass sie eine Ausbildung im klassischen Cellospiel hinter sich hat, hört man sofort, und es passt perfekt zum Stil dieses Liedes. Es sind aber auch Studiogäste beteiligt, die weitere Instrumente beisteuern, allen voran David Törnebäck, der absolut ausgeflippte Pianoeinsätze hinlegt. Maria Skanselid hat nicht nur eine musikalische Ausbildung, sondern ist auch diplomierte Ingenieurin. Warum sie sich „das hier“ (gemein ist der Versuch, von ihrer Musik zu leben) antut, wird sie in einem Interview gefragt. Antwort: „Weil ich Lust dazu habe.“ Und das hört man. Ihr Stil ist angesiedelt irgendwo zwischen schwedischer Liedermachertradition und skandinavischem Jazz, aber mehr Liedermacherei, und zwar vom Feinsten. In den Texten geht es um Alltagserlebnisse, traurige (siehe Stück eins) und lustige (wo also der Pianist losfetzt). Wunderbare Musik und eine große Entdeckung.
Gabriele Haefs






0 Kommentare