Herr Dennehy

Best Ignorance (Smart & Nett Entertainment)

14. September 2026

Lesezeit: < 1 Minute(n)

Schon das Cover verrät: Da krempelt einer die Ärmel hoch und packt an. Der stets modebewusst im Peaky-Blinders-Look auftretende „Herr“ Tobias Dennehy besetzt mit seinem Debütalbum eine stilvolle Nische unter den deutschen Songwritern: Sein Folkpop ist erheblich lauter und schneller als die oft fade Konkurrenz, sein Pop-Punk deutlich gepflegter produziert als einschlägige Krachbands. Mit anderen Worten: Das ist gut gemacht, das sieht und hört man gern an. Wer jetzt „Frank Turner!“ ruft, dem kommt der fränkisch-irisch-italienische Schubladenverweigerer mit einer von eben jenem sogar selbst schon positiv wahrgenommenen Version von dessen „Wanderlust“ zuvor. Um gleich danach mit „Flowers“ von Miley Cyrus seine weiche Seite zu zeigen. Die eigenen Lieder streifen Malcolm X, Obdachlose, Springerstiefel und Ukrainekrieg, sind hochpolitisch (links), intelligent konstruiert und verleugnen nie eine Liebe zur Musik der Britischen Inseln. Live zieht das in seiner Heimatstadt München ein beeindruckend gemischtes junges und altes Publikum in recht bejubelte Konzerte. Auf die Nische muss man erst mal kommen: authentischer Folkrock für Väter mit Tweed und Töchter mit Tattoos.

Martin Wimmer

Cover
Herr Dennehy
Best Ignorance (Smart & Nett Entertainment)

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